Artikel unter 'Gerfried Schellberger'

In unseren Bildergalerien finden Sie zu den verschiedenen Werkkomplexen von Gerfried Schellberger jeweils eine Auswahl seiner künstlerischen Arbeiten…


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Galerie - Skulpturen und Plastiken

Das künstlerische Feld auf dem sich Schellberger bewegt, ist breit und grenzüberschreitend wirksam.

Seine Skulpturen und Plastiken zeugen von malerischer Verwandtschaft in Form und inhaltlicher Darstellung.
Weiche und fließende Konturen vereinen sich mit dem harten Material Terracotta und Beton und formen so den Ausdruck der visualisierten Idee.

Das Stabile gerät nach Innen, das Zarte, Weiche bildet das Außen, fragil und doch zugleich kraftvoll dem Betrachter ausgeliefert.
Es zeigen sich Spuren des tiefen Innern, die zuvor unsichtbar im Verborgenen lagen.

Die bildhauerischen Arbeiten erweitern Schellbergers Themen um das Dreidimensionale und machen sie räumlich erfahrbar.

Auswahl seiner Skulpturen aus Terracotta:


Fotos : Ingrid Grossmann

Auswahl seiner in Beton angefertigen Skulpturen, die er zu Lebzeiten im Garten seines Anwesens exponierte:


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Galerie - Blicke in die Natur

Die Darstellung der Natur nimmt im Schaffen von Gerfried Schellberger einen wichtigen Stellenwert ein. Landschaftsbilder begleiten nahezu seine ganze Schaffensdauer und bilden einen wichtigen Bereich seiner malerischen Arbeit.
Im Laufe der Zeit entstanden so ausdrucksstarke Wiedergaben der Natur.
Sie können neben seinen gedanklich abstrakten Bildnissen wie ein  Innehalten zwischen realer Welt und Fantasie verstanden werden.

Diese Werke sind aber nicht nur Präsentationen verschiedener landschaftlicher Szenerien, sondern daneben auch ein Festhalten von Gefühlen und stimmungsvollen Atmosphären.
So wird der See in kraftvollem Abendlicht oder die leuchtend gelbe Wiese zum Stimmungsträger und verzaubert  für einen Moment den Blick des Betrachters. Die Farben, konkret der Natur entnommen, verstärken durch ihre Intensität diese Ausdruckskraft.

Neben zahlreichen Abbildungen der engeren Heimat am Bodensee oder der elterlichen Heimat am Erzgebirge im heutigen Tschechien, ist es auch die Darstellung der Landschaft, die Gerfried Schellberger anlässlich seiner Reisen, wie z.B. nach Frankreich, Italien, aber auch USA, Kanada und Kolumbien aufgesucht hat.

(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)
Fotos: Ingrid Grossmann

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Galerie - Religiöse Darstellungen

Neben Schellbergers persönlicher christlicher Lebenseinstellung sind auch religiöse Darstellungen in seinem künstlerischen Schaffen von zentraler Bedeutung. Die Ausdrucksformen reichen hier vom christlichen Symbol des Kreuzes, des Abendmahls, der Kreuzigung Christi bis hin zum Mythos des Schutzengels.
Gerade die Bedeutung der Kreuzigung Christi ist während der gesamten Geschichte der Kirche hindurch Thema theologischer Diskussionen.
Als “Sohn Gottes” stirbt Jesus für die Menschen und bewirkt damit die Versöhnung zwischen Gott und Mensch, die durch die Sünde gebrochen ist.

Nach Schellberger erhebt sich der Glaube über das Leiden und den Tod und führt den Menschen auf den Weg der Erkenntnis, der Zuversicht und der Liebe.

Dadurch findet letztlich der tiefe Glaube von Gerfried Schellberger seinen Ausdruck:

(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)
Fotos: Ingrid Grossmann

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Galerie - Licht-Atmosphären

Licht schafft Atmosphäre.

Ist dabei aber flüchtig, beweglich, nahezu ungreifbar.

Der Lauf der Sonne, des Mondes, das Wandern von Licht und Schatten, durchbrochen von dichten Wolkenfeldern, setzt unsere Umwelt immer wieder aufs Neue in ein einzigartiges Schauspiel .

Schellberger schafft in seinen Werken imaginative Momentaufnahmen, die durch intensive Farbgebung einen zarten, aber stimmungsvollen Schleier auf das Dargestellte legen.

(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)
Fotos: Ingrid Grossmann


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Galerie - Prophetisch-Apokalyptische Bilder

“Es scheint so, als gäbe es wirklich eine andere, unsichtbare, ewige Welt, aus der unsere irdische, sichtbare, aber vergängliche einmal herausgefallen ist. Es gibt vielerlei Fäden, die beide verbinden; man muss sie nur zu finden wissen. Tatsache ist, dass Geschehnisse, die an anderen Orten ablaufen, weit entfernt davon, miterlebt werden können (…), aber auch Ereignisse, die von Menschen in Bildern, Träumen, Visionen schon vorher geschaut werden (…). Es gibt Menschen, die ein Gespür dafür haben, was auf sie oder die Welt zukommt (…).”

(aus: Gerfried Schellberger: “Zwei Welten” , Schienen, 25.10-01.11.2001)

In Schellbergers Werk finden sich eine Reihe von “Inneren Bilden”, die visionär und apokalytisch anmutend erscheinen. Der Künstler selbst beschreibt das Enstehen solcher Bilder als Audruck seiner prophetisch-telepatischen “Gabe” - sie weisen symbolisch teils Jahre vorher auf Kriege, Katastrophen und Umweltzerstörung.

“Es ist nicht immer leicht, mit dieser Gabe zu leben und damit fertig zu werden und schon im Voraus zu wissen, das wieder etwas im Anzug ist, wenn diese << schauerlichen Motive >> mich zum Malen oder Formen zwingen, gewissermaßen zur Niederschrift in Bild, Figur und Gedicht, oft gegen meinen Willen und zur unmöglichsten Stunde. (…) “

(aus Gerfried Schellberger: “Zwei Welten” , Schienen, 25.10-01.11.2001)


(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)

Fotos: Ingrid Grossmann


“Welt in Flammen”

“Denn die Welt, sie steht in Flammen:
brennend rot wie Blut der ganze Himmel,
im Dunkel schwarz die alte Erde…
Fatal für dich, du Menschenseele!
Schon wieder über Dir die toten Reiter
auf toten, mitleidlosen Rossen
ob toten Straßen, toten Wegen
mit Pfeil und Waage, Schwert und Sense…
Die Woge wächst, die Woge schwillt,
Gigant und Riese deinem Haupte!
Stürze, stürze, Menschenseele,
tief in Tränen zu benetzen deine Schuld!
Fasse nach dem letzten Zipfel
deines Schöpfers blauen Mantel!
Eilig! Eilig!
Denn die Welt, sie steht in Flammen.”

(Gerfried Schellberger, 05.05.1958)

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Galerie - Die Frau im Bild

Im Gesamtwerk von Gerfried Schellberger nimmt auch die Darstellung des Menschen, vor allem das Bildnis der Frau einen breiten Raum ein.
Dieses reicht von Aktbildern und Portraits bis hin zu intuitiven Ansichten, die größtenteils mit intensiver Farbgebung gestaltet sind. Der Reiz seiner Frauenbilder liegt nicht zuletzt im Aufeinandertreffen von realistischer Sicht und abstrahierend romantisch -fantasievollen Momenten. Es geht dabei um weibliche „Anmutungen”, um ein emotionales Mitschwingen und Berührtsein, das sich nur bedingt in Worte fassen läßt, das aber zu unmittelbarem Erleben führen kann.

Vielfach ist es nicht nur die spezifische Darstellung des Gesichts allein, das gewisse Stimmungen und Empfindungen vermittelt, sondern auch die Körpersprache und Haltung des Bildnisses, die die Betrachtung beeinflußt, begleitet von einer sanften harmonischen “Aura” der Frau, die vor allem durch weiche und runde Formen zum Ausdruck kommt.

(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)
Fotos: Ingrid Grossmann

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Galerie - Pferdedarstellungen

Nicht nur einzeln und portraithaft zeigen sich Schellbergers „Rosse”, sie sind zum Teil auch eng mit der thematisch komplexen Breite seiner Darstellungen verschmolzen.
Mythologisch - religiös geprägt erleben wir sie als „Quell des Lebens” und düsteren Unheilswesen zugleich. Das Bild des Pferdes stellt eine unmittelbare Lebensnähe dar, und nimmt ein weiteres zentrales Sujet in seinem künstlerischen Schaffen ein.
Seit langer Zeit begleitet das Pferd den Menschen, sowohl im alltäglichen Leben als auch im Kontext von Malerei und Bildhauerei.
Die Kunstwerke würdigen dabei Schönheit, Stärke, Schnelligkeit und Stolz der Tiere, aber auch Aspekte menschlicher Kultur. Neben Arbeitsleben und Freizeitvergnügen ist das Bildnis des Pferdes tief mit Mythologie und christlichen Legenden, mit Kriegen und Kämpfen, mit Naturverständnis und menschlicher Sehnsucht verbunden.

Schellberger zeigt dabei eine Linienführung, die sich lebendig anmutend aus der Körperlichkeit des Pferdes selbst, aus der Eleganz seiner Haltung und seinen runden Formen ergibt.

(Größenangaben beziehen sich jeweils auf Länge x Breite.)
Fotos: Ingrid Grossmann

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Schellbergers Lebenswerk

Das Lebenswerk Gerfried Schellbergers beinhaltet über 3000 Bilder, etwa 1500 Skizzen, über 500 Skulpturen in Keramik, Terracotta und Beton, letztere lebensgroß.
Des weiteren  bis zu 1500 Gedichte, über 100 Erzählungen, 100 sonstige Schriften und 15 selbst verlegte Bücher.
Im Ganzen umfasst sein beeindruckendes künstlerisches Werk über 7000 Arbeiten.

Über das Medium der Kunst hat er das zum Ausdruck gebracht, was ihn innerlich bewegt, fasziniert und begeistert, aber auch bedrückt und beängstigt hat.

Seine Gemälde verkörpern ein breitgefächertes und vielseitiges Spektrum an Farben, Formen und Inhalten.
Unverwechselbar gegenständlich sind diese vielfach packend in mitreißender Dynamik und überwältigender Lichtfülle, dann wiederum leise, gleichsam musikalisch zart und traumerfüllt.

Gleichzeitig zeigen sich seine
„Inneren Bilder“ imaginativ und intuitiv, monumental und visionär-apokalyptisch anmutend, die dennoch vorwärts weisend und in diesem Sinne modern sind.

Schellberger bietet ein breites Oeuvre an pittoresken Landschaften mit hohen Himmeln, strahlenden Blumenstilleben, charaktervollen Portraits und Frauenbildnissen, naturalistischen bis mystischen Pferdedarstellungen, christlich-religiösen Sujets und den telepatisch - prophetischen „Inneren Bildern“, vorwiegend in den Techniken Öl, Aquarell, Farbstift sowie als Tuschezeichnungen.


Gleiche Vielfältigkeit gilt ebenso für seine Skulpturen und Plastiken vorwiegend aus Terracotta und Beton.

In seinen Schriften und Gedichten entwickelt er ein zukunftsweisendes Schöpfungsgerüst, religiös – mystisch, in geistiger Klarheit dennoch naturverbunden real und bodenständig.

Er hat als außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit immer wieder versucht, getreu seiner Herkunft das Schicksal des „Sudetendeutschen Volkes“ künstlerisch darzustellen und zugleich seiner religiösen Gesinnung folgend als ethisch engagierter Mensch das christliches Ideal von Nächstenliebe zu leben und weiterzugeben.

In über 40 Einzelausstellungen und über 70 Beteiligungen, wie auch in seinen eindrucksvollen Lesungen hat er seine Kunst einem breiteren Publikum nahe gebracht.

Seine Frau Emmi unterstütze ihn dabei in allen Belangen tatkräftig.

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Literarische Werke

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl wichtiger literarischer Arbeiten von Gerfried Schellberger:

Erstling:
- „Zur Liebe geboren“ (Titelblatt mit Geleitwort, in: Hessische Lehrer-Zeitung, 1955)

Veröffentlichte Werke im Selbstverlag:

Gedichtbände:
- „Spiegel der Seele“, 12 Gedichte, 1983
- „Zwiesprache mit Gott“, 70 Gedichte, 1986
- „Die Namenlosen“, 14 Gedichte, 1988
- „Dein Totentanz, unsterbliche Seele“, 36 Gedichte, 1988

Bildbände:
- „Der einsame Weg“, 1986, 25 Ölgemälde und Texte, farbig,
(Papst Johannes Paul II in der BRD)
- „Vom Mütterlichen und dem Kinde“, 1987, 72 Gedichte und 41 Tuschezeichnungen
- „Die Rosenlieder“, 1989, 17 Gedichte mit 19 Farbstiftzeichnungen
- „Erlebtes, Träume und Visionen“, 1990, 21 Geschichten, schwarz-weiß illustriert
- „Sudentendeutscher Totentanz 1945 - 1947“, 1991,
37 Gedichte, 4 Gemälde, 34 Skulpturen
- „Wahre Geschichten“, 1991, 19 Erzählungen, 1 Gedicht, schwarz-weiß illustriert
- „Von der Wanderschaft“, 1992, 20 Märchen und Geschichten,
schwarz-weiß illustriert
- „Von der Heimlichen Stube“, 1993, 20 Märchen und Geschichten,
schwarz-weiß illustriert
- „Ewige Sagen und Legenden“, 1994, 20 Märchen und Geschichten,
schwarz-weiß illustriert

Roman:
-
„Schicksal und Liebe“,
Band I, 2000, schwarz-weiß illustriert (36 Abb.), 472 Seiten
Band II, 2002, schwarz-weiß illustriert (48 Abb.), 396 Seiten

Geschichtsband:
- “Der Wallfahrtsort Schienen im Spiegel der Geschichte”
Band I, Jahre 750 - 1650, 2006
mit Originaltexten aus Kirchenbücher, Urkunden, zahlreichen Fotos und Zeichnungen, 320 Seiten
Band II, Jahre 1650 - 2000, 2008
mit Originaltexten aus Kirchenbücher, Urkunden, zahlreichen Fotos und Zeichnungen, 360 Seiten

Herausgeber:
- Norbert Schellberger: „Franziska Paulsen“ – Melodie eines Lebens,
Roman, 1995, schwarz-weiß illustriert (13 Abb.)

- Emmi Schellberger: „Kindheit und Jugend in Deutschböhmen“,
Aussig/E.,Neulerchenfeld, (Erinnerungen 1919 – 1946, Reflexionen 1964 – 2001),
Autobiographie, 2001 illustriert mit 65 Fotos

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“Wahre Kunst…

… wurzelt im Ewigen, strömt wie ein Licht in diese Welt, unvergesslichen Glanzes verzaubernd ihre Finsternisse und Schatten in jenseitiger Herrlichkeit, kündend von den Urbildern alles Seins.

Botin ist sie von Gottes Herzen zu uns Menschen, rührend mit leiser Hand an unsere Seele, dass tiefe Sehnsucht uns jählings zu entrücken scheint nach jenen heiligen Gefilden, aus denen Schöpfers Atem uns gerufen und einst gebunden in Stoff und Staub.
Werkzeug ist ihr der Mensch, der schaffende, ringende Künstler, der begnadete und heimliche König ihrer Feuer. …”

(Textauszug “Über die Kunst” - ein Essay von Gerfried Schellberger, 01.01.1981)


Der Morgen

Strahlende Sonne im flammenden Morgen,
stürzender Glanz über die Erde hin,
Atem zerbricht deinen lodernden Küssen,
HImmel kündet dein einzig: Ich bin!

Es gibt keine Worte, es gibt keine Sprache,
die jemals dir genügen sollt!
Es gibt nur dein brennendes, blühendes, rotes
alles verglühendes Flammengold!

Hier steh ich, Funken deines Meeres,
und zittre, sprengender Sehnsucht Lust,
und breite die Arme, jauchzend ich sinke
an deine geliebte, leuchtende Brust.

(Gerfried Schellberger, 21.09.1962)


Bist Du das Lied?”

Bist Du das Lied, das mir im Herzen ruht?
Bist Du der Klang, die Melodie in meinem Blut?
Der ich gelauscht als Kind in dunklen Träumen,
Verweilend noch an ihren Säumen
Unendlich weit?

Die Melodie,
Die mich gesucht in langen, langen Jahren,
Da ich die Meere dieser Welt befahren,
Die mich gefunden endlich,
Neu und doch mir so vertraut
Wie jener warme, süße Laut,
Der mich getragen einst auf diese Erde
In meiner Mutter sanft Gebärde?
Die endlich mich gefunden
Meiner Zeit?

Bist Du die Melodie, die tief in meinem Blut?
Bist Du das Lied, das mir im Herzen ruht
Aus Gottes Ewigkeit?
Bist Du das Lied?

(Gerfried Schellberger, 17.02.1982)


Weltenende

Aufgerissen sind die Himmel,
aufgerissen über nachtschwarzer Erde;
herabgebrochen sind die Wolken
wie morsches Gebälk.
Und haben begraben Schuld und Tränen
und haben zertrümmert Freude und Leid
und haben gelöscht die sündigen Feuer.

Aufgerissen sind die Himmel
in ihrer ganzen unermeßlichen Tiefe;
ein Meer von Sonnen,
stürzender, glühender Welten,
aufgebrochen zu riesiger Blüte,
knospend im Antlitz des Unendlichen,
unnennbar Ewigen… .

Welch ein Brand, welche Feuer,
welch ein Flammenmeer
über der Tiefe unseres Seins…!

(Gerfried Schellberger, 26.04.1969)



Im Folgenden finden Sie Gedichtauszüge aus “Die Rosenlieder” von 1947.

Zum Geleit:
Im April des Jahres 1947 - einen Monat nach der Entlassung aus der französischen Gefangenschaft und nach dem Wiedersehen mit all den Meinen - wurden die Rosenlieder aus der Liebe zweier Menschen, die nach den spärlichen Urlaubsfreuden und ungewissen Abschiedstrennungen des langen Krieges sich endlich wieder vereinigt sahen, in überschäumenden, seligen Stunden erlebt und geboren, gefasst in Verse…

(Gerfried Schellberger, Schienen, den 01.Juli 1989)


“Dein Bild”

Dein Bild ist wie eine schmale Rose
ist keusch und rein…
In Deinem Bilde will mein Lieben
lebendig sein,
in Deinem Bild allein
und gut und rein…

Dein Herz ist wie ein junges Leuchten
von zarten Rot;
demütig wie die erste Sonne
nach Winters Not
ich meine Liebe bot
im Morgenrot…

Es ist ein Glanz um Deine Seele
wie frisches Grün:
Die unscheinbare schmale Rose
in Dir will blüh´n -
Und ich wie Tau verglüh´n
in Deinem Grün.

(Gedicht aus “Die Rosenlieder”, verfasst am 10.04.1947, veröffentlicht 1989)


“Du bist die Seele”

Du bitterdunkle Einsamkeit
mit Deinen schroffen Felsengründen,
wo Tränen fließen, Leid um Leid;
in Deinen Weiher stumm sie münden,
allein, verlassen ihrem Weh…

Nun ist Dein Glanz in ihrem Raume
als wie ein Frühling, kleine Rose!
Die Einsamkeit mir ward zum Traume,
darin Du blühst in ihrem Schoße,
und blaue Himmel trägt der See!

Du bist die Seele, ich das Land,
das kalt und leer und ohne Wonne;
erst wo ein Herz die Seele fand,
geht purpurn auf des Lichtes Sonne,
und Leben schmilzt des Winters Schnee!

(Gedicht aus “Die Rosenlieder”, verfasst am 14.04.1947, veröffentlicht 1989)


“Nur ein Traum”

Will an Deinen Säumen stehen
wie ein klein andächtig Kind;
will nur schauen Deines Atems
süßes Wehen, sanften Wind…

Will nur schauen, wie sich breiten
Deine Blüten sonnentief,
und wie selbst des Himmels Rauschen
Deinen Weiten still entschlief…

Möchte sein ein glücklich Strahlen,
und mich nahen Deinem Saum;
zu verglühen Deiner Seele
Rosenschalen, Dir ein Traum!

(Gedicht aus “Die Rosenlieder”, verfasst am 18.04.1947, veröffentlicht 1989)


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Stimmen zu Gerfried Schellberger…

„Malen ist Fertigkeit. …

…Schauen - mehr schauen können als jeder Nachbar - ist eine Gabe.
Malend schauen, schauend malen, Leben verlebendigen, ist Kunst.
Der Kunst zu leben, ist mehr als Beruf, ist göttliche Berufung.
Ist immerwährende Aufgabe.
… beim Walten der Kunst, vor den Werken Gerfried Schellbergers, entsteht dieses Bild einer Aufgabe. Schauen ist Leben. Hier lebt das Leben. …“

19.11.1959
Kurt Lupfer
(ehem. Redakteur des Südkuriers)

„Wasser, Wind, Wolken…

…in der Landschaft und in den ausdrucksstarken Bildern des Malers
nehme ich als unverlierbaren Besitz mit auf meine Wanderung.
Dank, dass ich hier aus Heilquellen trinken durfte.
Als Resume unserer Gespräche: Bestand hat nur das Werk,
das einen göttlichen Samen in sich trägt.
Der Bodensee und die Bilder strahlen ihr Licht aus und erhellen meinen Weg.”

09.09.1977
Prof. Dr. Zenta Maurina
(lettische Schriftstellerin und Literaturhistorikerin)

„Wie schön,..

…dass sie ihre Impulse aus dem kosmischen All beziehen.
Wir fliegen zwar zum Mond, begreifen aber nicht, dass die jenseitige Welt in jedes Molekül unseres irdischen Seins einstrahlt.
Wie sehr habe ich mich über die ungewöhnlichen Bilder gefreut, die mich sehr beeindrucken.”

07.11.1979
Dr. Wladimir Lindenberg
(Arzt und Schriftsteller, Berlin)

„Licht und Schatten…

…sind in diesen Bildern bemerkenswert nah beieinander - wie in uns selbst, in der leidzerfurchten Welt.”

17.06.1982
P. Werner Herbeck
(Berlin)

„Schellbergers Kunst…

…zeugt von den inneren Dimensionen unseres Erlebens. Ich freue mich, dass sie auch in der lyrischen Aussage eine Ergänzung fand.”

22.08.1991
Walter Becker
(Altsprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft)

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Gerfried Schellbergers Ausstellungen

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Einzelausstellungen sowie Ausstellungsbeteiligungen von Gerfried Schellberger:

1952
Erlangen: Teilnahme an Ausstellung anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Komotau
1954
Darmstadt: Ausstellung “Welt hinter dem Alltag”
1955
Südhessen: Beteiligung an Wanderausstellung
1960
Radolfszell/ Sparkasse: Ausstellung mit Rudolf Rybicazka
1972
Konstanz/ Bodenseeclub: Ausstellung von Bildern und Gedichtlesung
1975 – 1977 – 1980 Schienen: Verschiedene Ausstellungen
1978
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Welt in Bildern” anlässlich des  60. Geburtstags
1979
Saint-Germain-en-Laye (bei Paris, Frankreich): Ausstellung “Le monde à travers la peinture”, „visions – reves – paysages – fleurs – portraits“
und in Istres (Provence, Frankreich): Ausstellung “Visions - Rêves - Paysages - Fleurs -  Portraits”
1980
Rathaus/ Radolfzell: Ausstellung “Istres und die Provence“ anlässlich der Jumelage
1981
Wolfratshausen: Ausstellung “Welt in Bildern”
1982
Singen/ Hohentwiel - kath. Bildungszentrum: Ausstellung “Welt in Bildern”
Konstanz/ Bodenseeclub: 3 Ausstellungen
Berlin – Charlottenburg - kath. Akademie: Ausstellung “Welt in Bildern”
Oberursel/Taunus: Ausstellung “Welt in Bildern”
Geretsried (bei München, Oberbayern): Ausstellung “Alte Heimat – neue Heimat“
1983
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Erlebte Welt” anlässlich des 65. Geburtstags
Königstein/ Taunus: Ausstellung anlässlich des Kongresses „Kirche in Not“
Amriswil/ Schweiz: Beteiligung an Ausstellung des Bodenseeclubs
1983/1984
Konstanz / Kunstverein – Wessenberghaus: Beteiligung an Weihnachtsausstellung
1984
Regensburg/ Diözesanmuseum: Ausstellung “Ein christlicher Maler unserer  Tage”
1985
Rathaus/ Radolfzell: Ausstellung “Istres und die Provence“ (2.)
Schienen – Gemälde und Skulpturen: Ausstellung “Des Menschen Welt im Spiegel der Kunst“
Konstanz/ Kunstverein: Beteiligung an Weihnachtsausstellung
Darmstadt/ Schloss Heiligenberg: Ausstellung
Löwenstein/ Backnang/ auf Hohenwart: Ausstellung an Wanderausstellung der evangelischen Tagungsstätte
Berlin – Charlottenburg: Beteiligung an Ausstellung “Zeitlauf – Kinder“ (offener deutscher Kunstpreis)
1986
Rastatt/ Bildungszentrum St. Bernhard: Ausstellung “Unvergessene Heimat; Tod und Vernichtung; Leben und Liebe”
(Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde)
Konstanz/ Kunstverein: Beteiligung an Weihnachtsausstellung
Radolfzell/ Scheffelhof: Übergabe des Bildes „Die Heimatlosen“ an den „Bund der Vertriebenen“ bei einer Feierstunde
1987
Kanada: Bildvorträge mit Gedichtlesungen : Toronto, Hamilton, Vancouver (bei deutschen „Bekannten“  - näheres unbekannt)
Konstanz/ Kunstverein: Beteiligung an Weihnachtsausstellung
1988
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Aus meinem Schaffen” ausgewählt aus 50 Jahren Gemälde und Skulpturen zum 70. Geburtstag
Radolfzell/ Volksbank: Ausstellung “Eisbilder“
Singen/ Hohentwiel  - kath. Bildungszentrum: Ausstellung “Gemälde und Skulpturen“
Erlangen/ 18. Bundetreffen von Komotau: Beteiligung an Ausstellung
Konstanz/ Kunstverein – Wessenberghaus: Beteiligung an Ausstellung
1989
Dawson Creek / Kanada: Ausstellung zum 50 – jährigen Jubiläum Sudetendeutscher Einwanderer
Augsburg/ St.Ulrich: Ausstellung, kath. Akademie mit Lesung „Sudetendeutscher Totentanz“
Konstanz/ Landratsamt: Beteiligung an Ausstellung des IBC(Internationaler Bodenseeclub)
Konstanz/ Kunstverein – Wessenberghaus: Beteiligung an Ausstellung
1990
Eichstätt/ Katholische Universität: Ausstellung “Wo ist Heimat?”
Öhningen/Atelier Janz: Beteiligung an Sommerausstellung
Konstanz/ Landratsamt: Beteiligung an Ausstellung des IBC
Minden/Gesellschaft für Christlich- Jüdische – Zusammenarbeit: Beteiligung an Ausstellung “Komm Schöpfer Geist“
1991
Konstanz/ Landratsamt: Beteiligung an Ausstellung des IBC
Konstanz/ Kunstverein – Wessenberghaus: Beteiligung an Ausstellung
Öhningen/ „Höri“ – Kunst- und Kulturkreis: Beteiligung an Ausstellung
Schienen/ Rathaus: Ausstellung – Bilder und Plastiken
München/ Sudetendeutsches Haus: Ausstellung Gemälde, Zeichnungen, Plastiken - Lesung
Bensheim/ Bergstraße: Ausstellung “Bilder des Riesengebirges” und Lesung: “Sudetendeutscher Totentanz“
Arnau/ Riesengebirge: Jahrestreffen
Regensburg/ Ostdeutsche Galerie: Beteiligung an Ausstellung “Böhmische Dörfer“I
1992
Wangen/ Bodensee – Fischerhaus „Kleiner bunter Reigen“: Ausstellung
Krummau/CR AD Stifter Verein: Beteiligung an Ausstellung “Böhmische Dörfer“II
Radolfzell/ Villa Bosch: Beteiligung an Ausstellung “Aktion Mogadischu“
Radolfzell/ Kunstverein: Beteiligung an Ausstellung “Mensch und Tier“
Öhningen/ Atelier Janz: Beteiligung an Sommerausstellung
München/ Sudetendeutsches Haus / AD Stifter Verein: Beteiligung an  Ausstellung “Böhmische Dörfer“III
Erlangen/ Kongresshalle: Ausstellung anlässlich des Bundestreffen der Komotauer
1993
Komotau: Ausstellung; Deutsch –Tschechische Kulturarbeit mit dem Museum Komotau
Radolfzell/ Kunstverein: Beteiligung an Ausstellung
Öhningen/ Atelier Janz: Beteiligung an Sommerausstellung
Konstanz/ Landratsamt: Beteiligung an Herbstausstellung des IBC
Öhningen/ „Höri“ - Kunst-und Kulturkreis: Beteiligung an Ausstellung
Konstanz/ Kunstverein – Wessenberghaus: Beteiligung an Winterausstellung
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Dunkel und Licht” anlässlich des 75. Geburtstags
1994
Frauenfeld/ Islikon/ Schweiz: Ausstellung “Schönheit der Schöpfung im Spiegel der Kunst“
Radolfzell/ Rathaus: Beteiligung an Ausstellung “Zivilcourage“
Radolfzell/ Kunstverein: Beteiligung an Ausstellung “Radolfzell und seine Landschaft – Impressionen“
Öhningen/ Atelier Janz: Ausstellung “Seekaleidoskop“
1995
Radolfzell/ Kunstverein Radolfzell - Villa Bosch: Beteiligung an Sommerausstellung
Merinchal/ Frankreich: Beteiligung an Aussstellung “Grand Prix De Peintures Et De Sculptures Du Chateau De La Mothe“
Schloss Weiterdingen/ “Höri”, Kunst-und Kulturkreis: Beteiligung an Ausstellung
Konstanz/ Kunstverein: Beteiligung an Weihnachtsausstellung
1996
Schloss Weiterdingen/ “Höri”,Kunst-und Kulturkreis: Beteiligung an Ausstellung
Wagen/ See – „Fischerhaus“: Beteiligung an Ausstellung
Bodman – Ludwigshafen/ See - Rathaus: Beteiligung an Ausstellung
Öhningen/ “Höri”, Kunst-und Kulturkreis: Beteiligung an Herbstausstellung Radolfzell/ Kunstverein Radolfzell - Villa Bosch: Beteiligung an Ausstellung
1997
Feriendorf „Sonnenmatte“/ Schwäb. Alb: Ausstellung beim 11. Kongress Jüngerer Sudetendeutschen in der SL.
Universität Riga/ Lettland: Beitrag zum Kulturdialog anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Zenta Maurina (lettische Schriftstellerin)
1998
Radolfzell/ Villa Bosch: “65 Jahre des Schaffens als Maler - Bildhauer und Schriftsteller” 1933 – 1998, sowie fünf Lesungen aus seinen Schriften
1999
Nürnberg: Ausstellung anlässlich zum 50. Sudetendeutschen Tag;
Auszeichnung: Adalbert – Stifter- Medaille
2000
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Schweiz und Provence” anlässlich zur 25-jährigen Jumelage mit Istres / Provence und zur 10-jährigen Jumelage mit Amriswil / Schweiz
2001
Augsburg: Ausstellung “Erlebte Welt in Bildern” ( 1936 – 2001) zur Deutsch  - Tschechischen Kulturwoche im Rokokosaal der Regierung Schwaben
2003
Radolfzell/ Rathaus: Ausstellung “Licht und Schatten”


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„Seine Worte und Gedanken…

...können dazu beitragen,
den tieferen Sinn unseres Lebens zu finden
und mit den Anforderungen des Schicksals
harmonisch in Einklang zu bringen zu einem guten, friedvollen Sein.“

(Zitat zu Gerfried Schellberger aus unbekannter Quelle)

Ein großes Thema bei Schellberger ist ein christlicher Glaube,
der unsere Lebenswelt als Einklang von Gottes Schöpfung und Nächstenliebe verstehen soll.
Den Urgrund allen Seins sieht er in Gott und der Liebe.
Liebe als Schöpfungsgedanke, den er mit und aus der allgemein christlich-religiösen Lehre ableitet.

“Liebe erfüllt das Gesetz und überwindet es; neues Leben schenkt sie, obwohl das alte verwirkt; in ihrem Abgrund von Licht und verbrennt alle Schuld und alles Schuldiggewordensein.
“Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”…
“Ich bin die Liebe”…
Wie ein schauerlicher Fastnachtszug toben die Menschen dahin durch die Nacht - ohne Woher, ohne Wohin, taumelnd wie Trunkene, gepeitscht von Lebensgier und irdischer Lust auf der Straße des Todes, hinein in den gähnenden Rachen der Hölle … .
Wozu?
Eine Werkstätte zum Lernen für Geister ist die Erde, und ein Schauplatz zur Bewährung. Durchs brennende Feuer führt sie uns wie durch einen Tunnelofen, in dessen Mitte die Glut flammend lodert. Erst die Asche zeigt das wahre Gesicht all dessen, was die Menschen anbeten, umtanzen: Staub und Schlacke! Und doch vorher ein Spiegelbild der göttlichen, ewigen Welt, aber eben nur ein Spiegel, nur leuchtendes Glitzerwerk aus vergänglichstem Glas. Nur ein Abglanz in unserer Nacht, und doch noch schön; selbst im Widerschein des Scherbens ist der Himmel zu ahnen, selbst im Hass des Herzens zuckt noch die ewige Glut, jedoch verwirrt, entstellt, und keiner versteht den anderen.

Doch das Christentum beginnt Fuß zu fassen in dieser Welt; umso heftiger ist der Kampf entbrannt - mit falschen Propheten und Heiligen, Führern und Verführern.
Erst das Licht enthüllt den Schrecken der Nacht, des Todes, das Grauen der stofflichen, materiellen Tiefe, der die hineingeborenen Seelen ausgeliefert sind.
Je heller das Licht, desto schwärzer die Schatten und ihre Greuel:
Christus ist das Licht, und es beginnt zu wirken!”

(Gerfried Schellberger: “Christentum und unsere Zeit” , 04..01.1980)

“Die Straße”

Ist Gottes Weg!
Ihm treu zu sein,
dem Schicksal seiner Hand,
ist Gottes Straße,
gewaltig, einsam, schwer!
Ist eine Straße,
nur zu wandern
tief unterm Kreuz,
das unsrer Schulter blutend lastet,
gewaltig in den Himmel ragt,
einsam und ohne Trost der Sterne
und gottesschwer auf unsrer Schuld…

Das ist der Weg, das ist die Straße!”

(Gerfried Schellberger, 01.08.1963)

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie den Stiftungsvorstand Prof. Dr. Volker Thieler

Biographisches - Gerfried Schellberger (1918 - 2008)

“Du bist der Einzige, der mit mir spricht, wenn alle schweigen… Du bist noch Licht, wenn alle neigen sich tiefer Nacht. Du bist der Einzige, der ohne Worte und ohne Tat besteht; von keinen Orte ein Wind Dir weht, ob Deiner Macht.”… (E.G. Schellberger)

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Gerfried Schellberger wurde am 01.03.1918 in Arnau (heute: Hostinne), Tschechien, als drittes Kind von Prof. Ludwig Christoph Schellberger und Theresia Maria (geb. Tintiera aus Prag) geboren. Er wuchs in Komotau auf, wo sein Vater ab 1921 als Professor am Goethe - Gymnasium  tätig war und Gerfried hier das Abitur 1937 mit „Auszeichnung” absolvierte. 1938 begann er sein  Studium an der Karls - Universität und an der Kunstakademie in Prag, das er bereits 1939 wegen  der Einberufung zum Kriegsdienst wieder abbrechen musste.
Bis Kriegsende war er sowohl an Ost- als auch Westfront eingesetzt, bis er 1945 in französische Kriegsgefangenschaft (bei Bordeaux) kam.
1947 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen.
Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft lernte er bei dem Bildhauer und Töpfermeister Detlef Wüpper in Hannover - Münden und legte 1948 die Gesellenprüfung für Keramik ab.

1949 zog er zu seiner Verlobten Emmi Goldrun (geb. Stastny, Lehrerin aus Aussig, Tschechien), die er 1942 kennen lernte, nach Nieder - Modau im Odenwald (Hessen).
Hier setzte er sein Studium am Pädagogischen Institut in Darmstadt fort, wo er nach anderthalb Jahren, unter Anrechnung der Prager Semester, das Examen für Lehramt mit den Fächern Biologie und Kunsterziehung an Volks- und Mittelschulen ablegte.

1950 - 1956 arbeitete er als Lehrer in Hessen. Gesundheitlich schwer durch den Krieg gezeichnet, erlitt er 1950 einen Zusammenbruch durch Leberzirrhose, die er erst Jahre später durch seine asketische Lebensweise überwinden konnte.

1953 heirateten er und Emmi in Königsdorf in Oberbayern, wo seine Eltern und seine Schwester Lindgard Zuflucht nach dem Krieg gefunden hatten.

1956 zog das Lehrerpaar nach Schienen - Öhningen, Baden Württemberg an den Bodensee, nahe der Schweizer Grenze. Gerfried musste krankheitsbedingt fünf Jahre (bis 1961) seinen Beruf aussetzen.
In Schienen errichteten sie auf eigenem Grundstück ihr Wohnhaus mit einem einladendem „Märchengarten”, das Sie 1965 bezogen.

Neben seiner Lehrertätigkeit malte er unermüdlich und arbeitete an seinen Skulpturen aus Ton und den zum Teil lebensgroßen Plastiken aus Beton.

Seinem schriftstellerischen Talent verdankte eine Reihe tiefgründiger lyrisch- dramatischer Gedichte, sowie epischer Werke und philosophischer Gedanken ihre Entstehung.
Außerdem betrieb Schellberger mit großen Interesse und Engagement Geschichtsforschung über seine Wahlheimat am Bodensee.

Ab 1952 hatte Schellberger die Möglichkeit sowohl in Allein- als auch Gemeinschaftsausstellungen seine Werke der Öffentlichkeit zu zeigen.
1978 erfolgten dann seine ersten großen Ausstellungen im In- und Ausland, mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau, gewissermaßen als „ der beste Anwalt seines umfangreichen Schaffens”.

Nach der Pensionierung 1981 begann er mit der Veröffentlichung seiner literarischen Werke, mit unter zahlreiche Gedichte, Märchen, Erzählungen und Romane, sowie des Romans „Franziska Paulsen - Melodie eines Lebens” seines 1947 verstorbenen Bruders Norbert.
Ebenso verfasste und veröffentlichte er zwei Bände über seinen Wahlheimatort Schienen ( „Der Wallfahrtsort Schienen im Spiegel der Geschichte” Bd. I und II) und unterstützte die Herausgabe des Buches „Kindheit und Jugend in Deutschböhmen”, ein autobiographisches Werk seiner Frau.

Für sein Gesamtlebenswerk erhielt er 1999 die Adalbert - Stifter - Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
Durch Schellbergers lebenslange Verbundenheit an seine Sudetendeutsche Heimat schlägt sich auch die Thematik der Sudetendeutschen Opfer des 2. Weltkrieges und der Vertreibung in seinem Schaffen nieder.
So stiftete er unter anderem im Jahre 2001 das den Opfern der Vertreibung gewidmete Werk „ Sudetendeutscher Totentanz” dem Sudetendeutschen Archiv in München für das dortig geplante Museum.

Dem Vatikan in Rom überließ er das Gemälde „Das nächtliche Licht” (1981, Öl), „Agnes von Böhmen” (Tuschezeichnung zur Heiligsprechung 1989), sowie den Bildband „Der einsame Weg” (1986) und die Bild-Fotoserie „Die Tragödie in Polen”.

Schellberger war Mitglied des Internationalen Bodenseeclubs, der Kunstvereine Radolfzell und Konstanz, sowie der Künstlergilde Esslingen, dem Bund der Vertriebenen und des Adalbert - Stifter - Vereins München.

Er starb kurz nach seinem neunzigsten Geburtstag am 22.06.2008 in Schienen.

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